Foto: Hans Kästle

„WE GON' FIGHT, ...

... till we can’t fight no more“

Die Vorzeichen waren vor dem Halbfinale gegen die Bochum Miners klar. Entweder die Gastgeber aus dem Ruhrpott oder die Cologne Falconets würde sich eine Woche später im Finale mit den Mülheim Shamrocks messen dürfen. Dementsprechend hoch war die Anspannung für Zuschauer und Spieler schon Stunden vor dem ersten Kickoff.

Die Bochumer gingen mit dem Druck zunächst besser um. Gleich der dritte Spielzug wurde in einen Touchdown mit anschließender Two-Point Conversion umgewandelt 8:0. Die Falconets hatten verstanden und zogen ihrerseits mit einem Touchdown nach. Runningback Joan Osagie brachte den Ball in der gegnerische Endzone zum 8:6 unter.

Mit dem erfolgreichen Drive setzten die Falconets ein Statement, welches sich durch das ganze Spiel zog: „We gon‘ fight, till we can’t fight no more.“ Die Miners wussten Bescheid, dass dieses Spiel nicht so leicht zu gewinnen ist, wie die bisherigen Saisonpartien, bei denen der Nordmeister keine Niederlage einstecken musste.

Der offene Schlagabtausch war eröffnet: Die Miners punkteten (16:6) erneut, doch die Falconets legten mit einem Pass-Touchdown von Quarterback Dora Jung auf Tightend Corinna Gladbach und einer Two-Point-Conversion gleich wieder nach (16:14).

Im zweiten Quarter zunächst das gleiche Bild: Die Miners legten erneut vor (22:14). Doch dieses Mal schlugen die Falconets gleich dreifach zurück. Runningback Osagie brachte den Ball zweimal in die gegnerische Endzone, Fullback Katharina Behr einmal. Mit einer durchaus überraschenden Führung von 34:22 gingen die Kölner somit in die Pause.

Nach der Halbzeit machten die Miners aus dem offenen Schlagabtausch einen echten Krimi. Mit zwei Touchdowns und vor allem dank einer starken Defenseleistung sorgten die Gastgeber für den 34:34-Ausgleich. Und so kam es, wie es kommen musste: Verlängerung.

Die Falconets eröffneten den 25er-Shootout und erzielten direkt mit dem ersten Drive einen Touchdown durch Osagie. Die Two-Point-Conversion glückte jedoch nicht und so war klar: Sollten die Bochumer ihrerseits mit einem Touchdown nachziehen und anschließend um zwei Punkte erhöhen, würde das Pendel schlussendlich in Richtung der Miners umschlagen.

Die Kölner Defense war also gefragt – und sie hatte die richtige Antwort parat. Die Spannung war greifbar, als das „Hut“ des Quarterbacks ertönte, der Ball seine Hand verließ und in den Armen des Kölner Quarterbacks Jung landete. Der Kölner Quarterback in der Defense? Die Abiturientin bewies einmal mehr ihre Vielseitigkeit und zeigte, warum sie im vergangenen Jahr als Safety in die Deutsche Nationalmannschaft berufen wurde.

Das Spiel war aus und die Falconets hatten sich ins Finale gekämpft. Nach dem Umbruch vor einem Jahr war bereits der Playoff-Einzug ein Erfolg. Dass die Kölnerinnen nun die maximale Anzahl an Spielen bestreiten dürfen, ist sowohl für die Spielerinnen als auch für die neuformierte Trainercrew ein riesiger Erfolg.

Ein Erfolg, den man nun am morgigen Samstag noch vergolden kann. In Mülheim warten die Shamrocks zum dritten Mal in diesem Jahr auf die Domstädter. Der letztjährige Vizemeister – der ersten Bundesliga wohlgemerkt – geht als unumstrittener Favorit in das Finale. Aufgeben ist für die Falconets jedoch keine Option: „We gon‘ fight, till we can’t fight no more.“

 

 

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