Foto: Janika Staack - 66 Photography

CAN'T TOUCH THIS

My, my, my, my,
O-Line hits you so hard
Makes you say „Oh my Lord“.
Thank you for blessing me
With a mind to fight and two hyped feet.

Trotz der leicht veränderten Textzeilen erkennen Fans von Musik aus den Neunziger mit Sicherheit sofort den Evergreen. Der Hit U Can’t Touch This von MC Hammer steht symbolisch für das rekordverdächtige Spiel der Cologne Falconets gegen die Saarland LadyCanes am vergangenen Samstag. Nach der Hinspielniederlage vor sieben Wochen brannten die Falconets auf der heimischen Ostkampfbahn auf die Revanche – und wurden nicht enttäuscht.

Offener Schlagabtausch im ersten Quarter
Ab der ersten Minute entwickelte sich zunächst ein offener Schlagabtausch. Weder der Gastgeber noch die Saarländerinnen ließen sich vom Regen irritieren und so startete das Spiel direkt mit einem Rush-Touchdown und anschließender Two-Point-Conversion für die Ladycanes (0:8). Die Falconets konterten ihrerseits mit einem Rush-Touchdown von Quarterback Dora Jung durch die Mitte (6:8).

Die Kölner Offense hatte Blut geleckt und ging fortan ausschließlich vom Platz, wenn eine Spielerin in der gegnerischen Endzone einen Touchdown bejubelte. Direkt im nächsten Drive war es Runningback Joan Osagie, die ihre ersten Punkte des Tages erzielte (14:8). Die Saarländerinnen gaben sich jedoch nicht geschlagen und glichen durch einen eigenen Rush-Touchdown aus (14:14).

Gegen die Offensive der Falconets war jedoch an diesem Tag kein Kraut gewachsen. Die nächsten Punkte besorgte Runningback-Talent Katharina Behr mit einem sehenswerten Lauf durch die Mitte. Mit ihrem ersten Touchdown im Trikot der Kölner und anschließender Two-Point-Conversion brachte die 18-Jährige ihre Farben mit 22:14 in Front.

32 Punkte im zweiten Quarter
Bei einem Spielstand, bei dem der Schiedsrichter oftmals den Ball in die Luft hebt und sich beide Teams nach einer langen Schlacht an der 50-Yard-Linie treffen, um abzuklatschen, begann das zweite Quarter. Es wurde das wohl punktereichste Viertel in der Historie der Kölner Damenfootballer, an dessen Ende die Falconets sage und schreibe 32 Punkte erzielt hatten.

Eröffnet wurden die rekordverdächtigen zweiten zehn Minuten zunächst durch einen Touchdown der Saarländerinnen zum 22:22. Die Kölnerinnen ließen sich davon nicht beeindrucken und antworteten mit vier Touchdowns binnen kürzester Zeit. Die Rheinländer fanden dabei fast jedes Mal mit dem ersten Spielzug des Drives die gegnerische Endzone. Für die Punkte verantwortlich zeichnete sich Tight End Corinna Gladbach sowie Osagie und Jung. Bei einem Spielstand von 54:22 war das Spiel schon vor dem Pausenpfiff entschieden.

Die zweite Hälfte begann, wie die erste endete. Quarterback Jung brachte weitere Punkte auf das Scoreboard, was zur Folge hatte, dass die Mercy Rule zum tragen kam. Nach langen zwanzig Minute in Durchgang eins, die sich aufgrund der vielen Touchdowns in Echtzeit auf über eineinhalb Stunden ausdehnten, folgte eine blitzschnelle zweite Hälfte. Die aufopferungsvoll kämpfenden Ladycanes schafften es dennoch, zweimal den Ball in die Kölner Endzone zu tragen.

Die letzten Punkte des Tages brachte jedoch standesgemäß der Kölner Angriff auf das Scoreboard. Nach ihrem Debüt-Touchdown zu Beginn erzielte Behr einen weiteren Score und bewies dabei, dass sie auch als Passempfänger hervorragend zu gebrauchen ist. Der Runningback fing einen kurzen Pass durch die Mitte von Quarterback Jung und trug den Ball – unterstützt von herausragenden Blocks der Offensive Line – zum Endstand von 70:34 in die gegnerische Endzone.

„Beste Offense-Leistung der Saison“
„Das war mit Sicherheit auf Offense-Seite die beste Leistung dieser Saison“, zeigte sich Offense Coordinator Remo Schatz nach dem Spiel hochzufrieden, „wir haben in den vergangenen Wochen von Spiel zu Spiel enorme Entwicklungssprünge gemacht, was aufgrund des sehr jungen und teilweise unerfahrenen Teams zu erwarten war. Dies zeigt auch der Vergleich zum Hinspiel als wir auf die starke Defense keine Antwort fanden. Wir haben heute keine Fehler gemacht und unseren Gameplan von vorne bis hinten durchgezogen.“

Der Angriffstrainer freut sich vor allem über die geschlossene Teamleistung: „Einzelne Spielerinnen herauszuheben, würde der Mannschaftsleistung nicht gerecht werden. Die Offense Line hat heute ein Wahnsinnsspiel gemacht und von der ersten bis zur letzten Minute dominiert. Nur so sind die vielen Rush-Touchdowns überhaupt nur möglich. Ich persönlich freue mich aber vor allem für Ballerina (Katharina Behr, d. Red.), die ihre herausragende Entwicklung der vergangenen Wochen endlich mit Punkten krönen konnte.“

Die glänzende Medaille hat jedoch auch eine hässliche Seite. Gleich drei Kölner sowie eine Saarbrücker Spielerin beendete den Tag im Krankenhaus. Aber zumindest bei den verletzten Kölner Spielerinnen überwog nach einem erfolgreichen Tag die Freude über die starke Leistung. Ausgeruht wird sich dennoch nicht. In zwei Wochen sind die Falconets zu Gast bei den Aachen Vampires und wollen die starke Leistung des vergangenen Wochenendes bestätigen.

 

 

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